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Montag, 06.07.2020

Ein Schmankerl für Sterngucker

Komet mit bloßem Auge sichtbar

Erstmals seit vielen Jahren ist wieder einmal ein heller Komet mit bloßem Auge sichtbar. Erste Fotos zeigen den Schweifstern "Neowise" tief über dem Nordosthorizont, wo er jetzt im Licht der frühen Morgendämmerung aufgetaucht ist.

Der Komet Neowise am 6. Juli in der frühen Morgendämmerung. Der Komet ist hell genug, um sogar mit dem freien Auge erspäht werden zu können. Bild: Dr. Robert Wagner

Der neue Schweifstern hatte schon am 4. Juli den sonnennächsten Punkt seiner Umlaufbahn erreicht und war zuvor nur von der Südhalbkugel der Erde aus zu sehen. Inzwischen entfernt er sich zwar wieder von der Sonne, kommt aber der Erde noch bis zum 23. Juli näher. Daher dürfte die scheinbare Helligkeit des auf den Namen "Neowise" getauften Kometen nur langsam abnehmen. Weil er sich gleichzeitig immer höher über den Horizont und somit in dunklere Himmelsbereiche erhebt, könnte er mit etwas Glück noch bis in den August hinein sichtbar bleiben.

In der Vergrößerung kann man den eindrucksvollen Schweifstern schon recht gut erkennen. Bild: Dr. Robert Wagner

Neowise war erst am 27. März 2020 vom NASA-Weltraumteleskop "Neowise" entdeckt worden und trägt die ergänzende Bezeichnung C/2020 F3. Er benötigt mehrere Jahrtausende für einen Umlauf um die Sonne und ist dieser nur für wenige Monate so nah, dass Gase und Staub freigesetzt werden und einen Schweif bilden können. Der Komet bewegt sich in den kommenden Wochen von Europa aus gesehen in den nordwestlichen Himmelsbereich, sodass er ab Mitte Juli auch abends sichtbar wird. Wie lange man ihn noch mit bloßem Auge sehen kann, ist allerdings ungewiss.

Kometen sind in Sonnennähe von einer Wolke aus Gas und Staub umgeben. Diese wird durch verdampfendes Eis und andere Substanzen erzeugt und vom Sonnenwind zum klassischen Schweif verweht. Bild: Dr. Robert Wagner

Das Warten auf einen hellen Schweifstern hatte Sternguckern zuvor viel Geduld abgefordert. Die letzten von der Nordhalbkugel aus mit freiem Auge gut sichtbaren Kometen waren "Hyakutake" und "Hale Bopp" Mitte der 1990-er Jahre. Seither erschienene Kometen blieben meist so lichtschwach, dass sie ohne optische Hilfsmittel entweder nicht oder nur mit viel Geduld beobachtet werden konnten. Zuletzt war im Jahr 2013 der Komet "Panstarrs" mit freiem Auge sichtbar. Aber nur mit optischen Hilfsmitteln bot dieser auch ein sehenswertes Himmelsschauspiel.

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