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Mittwoch, 15.09.2021

Warnstufe Gelb auf La Palma

Kanareninsel vor Vulkanausbruch?

Die kanarische Insel La Palma steht möglicherweise vor einem Vulkanausbruch. Seit Tagen erschüttern Erdbebenschwärme den Süden der Insel, vulkanische Gase werden freigesetzt und im Untergrund scheint Magma aufzusteigen.

Beim letzten Vulkanausbruch auf der Kanareninsel La Palma vor fast 50 Jahren ist der Vulkan Teneguia entstanden.

Seit vier Jahren erschüttern immer wieder Erdbebenschwärme den Süden der Kanareninsel La Palma. Seit ein paar Tagen bebt die Erde jedoch stärker als zuvor. So wurden im Bereich des Vulkan-Naturparks "Cumbre Vieja" inzwischen mehr als 1500 Erschütterungen registriert. Die stärksten von ihnen erreichten die Stärke 3,5 und waren auch in den umliegenden Gemeinden spürbar. Zugleich wurde eine erhöhte Emission vulkanischer Gase gemessen. Vulkanologen halten einen bevorstehenden Vulkanausbruch für möglich und setzten die Vulkan-Warnstufe auf Gelb.

Die Grafik der spanischen Geologiebehörde IGN zeigt die Bodenhebungen im Süden von La Palma vom 8. bis 14. September: Das komplette Gebiet der Vulkankette "Cumbre Vieja" hat sich um bis zu 6 Zentimeter aufgewölbt.

Während die Beben in den vergangenen Monaten noch in 20 bis 30 Kilometer Tiefe aufgetreten waren, wurden die jüngsten Erschütterungen in weniger als 10 Kilometer Tiefe registriert. Das lässt nach Einschätzung von Vulkanologen vermuten, dass die Beben durch aufsteigendes Magma verursacht werden. Dafür spricht auch der Umstand, dass sich das Gelände um den Vulkan binnen Wochenfrist um bis zu 6 Zentimeter aufgewölbt hat. Zwar besteht für die Bewohner der umliegenden Gemeinden vorerst keine Gefahr, doch muss man die Entwicklung im Auge behalten.

Die Gemeinde Fuencaliente im Süden von La Palma liegt nur wenige Kilometer von der Vulkanregion entfernt. Ihr Name leitet sich von "Fuente Caliente" (Heiße Quelle) ab.

Warnstufe Gelb bedeutet, dass die Region genau überwacht wird, um schnell auf Veränderungen reagieren zu können. Sollten sich die Anzeichen für eine Eruption mehren, wird die Warnstufe auf Orange erhöht und vom Aufenthalt in dem gefährdeten Gebiet abgeraten. Warnstufe Rot wird schließlich im Falle eines Ausbruches verhängt. Ob und wann dies allerdings auf La Palma der Fall sein wird, ist noch völlig offen. So können Schwarmbeben einem potenziellen Vulkanausbruch nur wenige Tage, aber auch viele Wochen, Monate oder sogar Jahre vorausgehen.

(Ein Bericht von Jürgen Vollmer aus der WetterOnline-Redaktion)

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