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Donnerstag, 14.11.2019

Kinder am stärksten betroffen

Neue Studie zu Klimawandelfolgen

Der Klimawandel beeinflusst unser Leben auf vielen Ebenen. Nicht nur unsere Ernten, die wirtschaftliche Entwicklung und Flüchtlingsströme, sondern auch unsere Gesundheit ist betroffen. Eine Gruppe trifft es laut Forschern besonders hart: Die Kinder.

Der Klimawandel trifft die schwächsten unter uns am stärksten. Bild: dpa

In einem umfassenden Bericht warnen Forscher vor den gesundheitlichen Auswirkungen des Klimawandels. Dieser schädigt bereits heute die Gesundheit vieler Menschen, insbesondere die von Kindern. Sollten wir so weiterwirtschaften wie bisher "wird das Leben jedes heute geborenen Kindes tiefgreifend vom Klimawandel beeinträchtigt werden", so die rund 100 Forscher. Gehe der CO2-Ausstoß weiter wie bisher, werde ein derzeit geborenes Kind an seinem 71. Geburtstag im Schnitt in einer um vier Grad wärmeren Welt leben.

Der Körper der jungen Menschen ist noch in der Entwicklungsphase, das heißt das Immunsystem entwickelt sich noch. Sollten Schäden während der Kindheit auftreten, bleiben diese im schlimmsten Fall noch bis ins späte Alter bestehen. Auch die Unterernährung infolge von Ernterückgängen ist für die Kinder äußerst kritisch. Außerdem leiden sie stärker unter Durchfall und an den von Mücken übertragenden Krankheiten, wie zum Beispiel dem Denguefieber. Die Bedingungen für Cholera-Erreger hätten sich ebenfalls seit den 1980er Jahren verbessert.

Kinder leiden am stärksten unter Unterernährung, die durch Hungersnöte und Ernterückgänge entsteht. Bild: dpa

Eine Gruppe von Bakterien, die Vibrionen, werden eine zunehmende Gefahr. Die Erreger können auch an der Ostsee Magen-Darm- und Wundinfektionen verursachen, heißt es in dem Bericht. Seit den 1980er Jahren habe sich aufgrund höherer Wassertemperaturen die Anzahl der Tage verdoppelt, an denen man sich mit Vibrionen in der Ostsee anstecken kann. 2018 waren es 107 Tage.

Kohlekraftwerke tragen weiterhin zur Klimaerwärmung bei.

Es besteht noch Hoffnung: Würde die Erderwärmung auf 1,5 Grad begrenzt werden, wie im Pariser Klimaabkommen gewünscht, sehe es laut der Forscher anders aus. Alle heute Geborenen weltweit könnten mit 31 Jahren erleben, dass nur noch so viel CO2 produziert wird, wie von der Natur oder mit technischen Mitteln aufgenommen werden kann. Dann würden sich auch die Auswirkungen auf die Gesundheit der Kinder in Grenzen halten.

(WO/dpa)

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