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Dienstag, 12.02.2019

Neue Studie zum Klimawandel

Gletscher kleiner als gedacht

Das Volumen der meisten Gletscher weltweit ist einer neuen Studie zufolge kleiner als bislang angenommen. Das kann negative Auswirkungen auf die Süßwasserversorgung in vielen Ländern der Erde haben.

Die Forscher schätzten das Eisvolumen von 215.000 Gletschern auf 158.000 Kubikkilometer. Das sind 18 Prozent weniger als der Durchschnitt früherer Schätzungen. Sie berücksichtigten dafür Satellitenbilder, Umrisse von Gletschern, digitale Höhenmodelle sowie Informationen über das Fließverhalten der Gletscher. Das Meereis und die zusammenhängenden Eisschilde Grönlands und der Antarktis ließen sie außer Acht. Rund die Hälfte der übrigen Gletscher liegt in den arktischen Gebieten etwa von Nordamerika und Russland.

Die Gletscher des Himalayas und weiterer Gebirge Hochasiens haben nach den neuen Schätzungen zusammen nur 7000 Kubikkilometer Eis, ein Viertel weniger als bislang geschätzt. Das hat Konsequenzen für die Wasserversorgung. Denn die Gletscher Hochasiens speisen große Flüsse wie Indus, Tarim und die Zuflüsse des Aralsees. Gerade im Sommer macht das Schmelzwasser der Gletscher einen Großteil des Wassers dieser Flüsse aus, von denen Hunderte Millionen Menschen leben. Viel wird dabei für die Bewässerung in der Landwirtschaft genutzt.

Aber nicht nur im fernen Asien, sondern auch in Deutschland bereiten zurückgehende Gletscher Sorgen. Denn der Rhein wird im Sommer zu einem erheblichen Teil von Schmelzwasser der Alpengletscher gespeist. Ohne dieses bekommt besonders die Schifffahrt wie im vergangenen Sommer häufiger Probleme. Damals war vom schneereichen Winter nach einem rekordwarmen Frühjahr nichts mehr übrig:

Die Daten der Arbeit sind wichtig, um die Entwicklung und die Auswirkung der durch den Klimawandel schrumpfenden Gletscher besser beurteilen zu können. Die Studie wurde im Fachjournal "Nature Geoscience" von den Forschern um Daniel Farinotti von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich veröffentlicht.

(WO/dpa)

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