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Donnerstag, 05.12.2019

Purpurlicht und Perlmuttwolken

Spektakuläre Dämmerungsfarben

Intensive Dämmerungsfarben können dieser Tage kurz nach Sonnenuntergang und kurz vor Sonnenaufgang beobachtet werden. Ursache sind Polare Stratosphärische Wolken (PSC). Sie tauchen nur auf, wenn die Stratosphäre besonders kalt ist.

Polare Stratosphärische Wolken sind sehr dünn. In unseren Breiten zeigen sie sich meist nur als hauchzarte, rötliche Schleier am Dämmerungshimmel. Bild: Vera Tichá Sebestová

PSC bilden sich bei Temperaturen von minus 78 Grad und weniger. Solche Bedingungen werden nur innerhalb des sogenannten Polarwirbels angetroffen, einem winterlichen Tiefdruckgebiet in der Stratosphäre über den Polen der Erde. Daher können sich diese besonders feinen Wolkenschleier nur in etwa 22 bis 29 Kilometer Höhe bilden. Weil dort kaum Wasserdampf zur Verfügung steht, bestehen sie zumeist aus Schwefelsäure- und Salpetersäure-Kristallen. Beugung und Interferrenz von Sonnenlicht lässt sie mitunter in allen Regenbogenfarben schillern.

In den Polargebieten können PSC recht dicht werden und nicht selten sind sie dort dann auch von bunt schillerndem Glanz umgeben. Derart ausgeprägte PSC werden daher auch als Perlmuttwolke bezeichnet.

In Teilen Skandinaviens konnten solche Wolken bereits in den vergangenen Tagen beobachtet werden. Da sich der Schwerpunkt der kältesten Luft des sogenannten Polarwirbels in den kommenden Tagen aber weit nach Süden ausdehnen wird, könnten sich dann womöglich auch über Teilen Mitteleuropas Perlmuttwolken bilden. Aber auch abseits dieser besonders bizarren Wolkengebilde hat der Dämmerungshimmel in der sehr kalten Höhenluft intensive Farbspiele zu bieten.

Prognose zur Entwicklung des stratosphärischen Polarwirbels: Die Region mit Temperaturen nahe minus 80 Grad dehnt sich weit nach Süden aus.

Schon seit Tagen kann man in den Abendstunden und frühmorgens besonders prachtvolle Dämmerungsfarben beobachten. Auf ausgeprägtes Abendrot folgt häufig sogenanntes Purpurlicht oder es geht intensivem Morgenrot unmittelbar voraus. Dieses großflächige, rötlich-violette Leuchten steht vermutlich bereits im Zusammenhang mit dem nahenden Kaltluftgebiet in der Stratosphäre, doch sind die PSC noch nicht deutlich ausgeprägt, sodass in dem prachtvollen Farbenteppich von Dämmerungsstrahlen abgesehen noch keine Strukturen zu erkennen sind.

Abendrot mit einem Hauch von Purpurlicht und Dämmerungsstrahlen am Donnerstagabend. Bild: Heiko Wichmann

Bunte Farberscheinungen in Wolken können verschiedene Ursachen haben. Anders als PSC treten die meisten dieser Phänomene innerhalb der Wetterschicht der Erde, also in der Troposphäre auf. In der folgenden Fotostrecke zeigen wir weitere Beispiele ungewöhnlicher Lichtspiele in den Wolken:

(Ein Bericht von Jürgen Vollmer aus der WetterOnline Redaktion)

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