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Bald Durchlüften angesagt

14:55
4. Juli 2022

Tropennächte gehen vorbei
Bald Durchlüften angesagt

Frau am Fenster und Karte mit TiefstwertenBesonders in der zweiten Wochenhälfte können bei Tiefstwerten von rund 15 Grad die Wohnungen gut gelüftet werden.

Wien und Graz stöhnen ganz besonders unter den immer noch andauernden sehr hohen Temperaturen. Nach vielen sogenannten Tropennächten warten die Bewohner auf kühlere Tage besonders gegen Ende der Woche. Doch warum genau kühlen unsere Großstädte deutlich schlechter ab als ländliche Gegenden? Und was kann dagegen unternommen werden?

In der vergangenen Woche hat es im Osten des Landes wieder einige Tropennächte gegeben. Davon spricht man in der Meteorologie, wenn es nachts nicht unter 20 Grad abkühlt. Besonders Wiener und Grazer schliefen während vier solcher Nächte in Folge wohl deutlich schlechter als sonst.

Und auch jetzt zum Start in die neue Woche können die überhitzten Wohnungen bei Höchstwerten von rund 30 Grad und nächtlichen Tiefstwerten von nur wenig unter 20 Grad nicht wirklich gut durchgelüftet werden.

Frau mit Fächer auf SofaFür viele Menschen war die Hitze der vergangenen Tage und Wochen eine große Belastung.

Doch im Laufe der Woche werden die Temperaturen auch im Osten Schritt für Schritt angenehmer. In Richtung Wochenende misst man in Wien dann selbst untertags nur noch 20 bis 23 Grad. In Wohnungen, die auch dann noch viel Restwärme der letzten Hitzewelle gespeichert haben, können die Fenster nachts bei 15 Grad geöffnet bleiben.

Der urbane Hitzeinseleffekt

Große Ballungszentren leiden am meisten unter Hitzewellen. Das liegt an der dichten Bebauung, vielen Straßen und wenigen Grünflächen. Versiegelte Flächen nehmen mehr Sonnenstrahlung auf und wandeln diese in Wärme um. Anschließend speichern Beton und Asphalt diese im Gegensatz zu Pflanzen deutlich länger. Sie strahlen dann auch lange nach Sonnenuntergang noch viel Wärme ab.

Hinzu kommt in der Stadt eine geringere Luftzirkulation und die Freisetzung von Wärme durch menschliche Aktivitäten. Man spricht vom "urbanen Hitzeinseleffekt".

Sonnenschein über einem StadtplatzVersiegelte Flächen heizen sich im Sommer extrem auf.

Am ehesten kühlen noch die Außenbezirke einer Großstadt ab, da diese näher an Wäldern und Wiesen sind. Je weiter man ins Zentrum kommt, desto wärmer bleibt es nachts, da die vielen umliegenden Bezirke wie eine dicke Isolierschicht wirken. Deshalb wird an der Wetterstation in der Wiener Innenstadt auch die höchste Jahresmitteltemperatur Österreichs gemessen.

Stadt-Land-Temperaturdifferenz von bis zu sieben Grad

Im sehr heißen Sommer 2019 wurden in Wien, Graz, Linz, Salzburg und Innsbruck teils fünf bis sieben Grad Celsius höhere Temperaturen als im Umland registriert.

Im Zuge der Klimaerwärmung kommt es in unseren Städten zu immer mehr Tropennächten. Um dem entgegen zu wirken braucht es mehr Bäume und Grünflächen. Diese kühlen nämlich Siedlungsräume und verringern dort Spitzentemperaturen.

Die Oberflächentemperatur kann unter Bäumen bis zu 25 Grad reduziert werden, die Lufttemperatur um fünf Grad. Außerdem eignen sich begrünte Dächer und Fassaden.

Foto vom Wiener MexicoplatzUnsere Städte brauchen in Zukunft mehr schattenspendende Bäume.

Doch nicht jede Baumart eignet sich zur Begrünung der Städte. Beispielsweise die Rosskastanie wird Forschern zufolge der Kombination aus zunehmenden Hitzetagen und dem generell sehr stressigen Stadtleben nicht mehr lange standhalten können.

Ein großer Hoffnungsträger ist hingegen der Zürgelbaum. Er ist klimafit und stadttauglich als auch ästhetisch attraktiv und löst keine Allergien aus.

(WO/ APA)

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