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Indonesien: Vulkan bleibt Pulverfass

Der Vulkan Anak Krakatau: Vor und nach dem Ausbruch am 22. Dezember 2018.
Knapp ein Jahr nach dem Tsunami in Indonesien haben Forscher den Ablauf der Katastrophe bis ins Detail rekonstruiert. Demnach wurde die Flutwelle, die auf Java und Sumatra mehrere Hundert Menschen tötete und Zehntausende obdachlos machte, durch das schlagartige Abrutschen eines Großteils des Vulkans ins Meer ausgelöst.
Binnen zwei Minuten waren am 22. Dezember 2018 immense Massen an Geröll ins Meer gerutscht und hatten gewaltige Wassermassen in Bewegung gesetzt. Die Apparate hatten das nicht erkannt. Das Team um Thomas Walter vom Geoforschungszentrum Potsdam (GFZ) rekonstruierte im Fachblatt "Nature Communications" die Vorgeschichte der Katastrophe minuziös.
"Vulkanisch ausgelöste Tsunamis gelten als selten und werden daher gewöhnlich nicht von Tsunami-Frühwarnzentren berücksichtigt", schreiben die Forscher. Tsunami-Warnsysteme sollten sich deshalb künftig nicht nur auf Erdbeben konzentrieren, sondern auch auf besonders gefährdete Vulkane in Meeresnähe.
Am 27. August 1883 erlangte der Krakatau traurige Berühmtheit, als er sich in einer gigantischen phreatomagmatischen Eruption selbst zerstörte. Der Knall der finalen Explosion war sogar noch in rund 5000 Kilometern Entfernung zu hören und gilt als das lauteste Geräusch, das je ein menschliches Ohr gehört hat. Die bis zu 40 Meter hohe Flutwelle raste mit Tempo 300 übers Meer und zerstörte Tausende von Kilometern Küstenlinie.
An dem Ort, an dem einst die Welt unterging, wächst seit 1927 ein neuer Vulkan, Anak Krakatau, heran. Aus dem Indonesischen übersetzt heißt das so viel wie "Sohn von Krakatoa". Die Geburt von Anak Krakatau war schwer und verlief nicht ohne Wehen.
Mehrmals versank das kleine Vulkaneiland wieder in den Fluten des Ozeans, aufgezehrt von der erbarmungslosen Brandung. In den vergangenen Jahren kommt es wiederholt zum Ausfluss kurzer Lavaströme und gelegentlich zu vulkanischen Eruptionen. Der Anak Krakatau kann jederzeit gewaltig ausbrechen.
(WO/dpa)
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