Nullgradgrenze auf über 5000 Meter: Extreme Gletscherschmelze
11:48
13. August 2024
Extreme Gletscherschmelze
Nullgradgrenze auf über 5000 Meter
Die Gletscher in den Alpen schmelzen zurzeit im Rekordtempo. Eine starke Hitzewelle seit Wochen, Saharastaub und Regenfälle bis in die höchsten Lagen der Alpen sind die Ursachen. Nach den extremen Schwundjahren 2022 und 2023 droht dieses Jahr wiederum eine grosse Schmelze.
Noch Ende Mai lagen in den Schweizer Alpen rund 30 Prozent mehr Schnee im Vergleich mit dem langjährigen Durchschnitt. Ein warmer Juni sowie eine Hitzewelle, die in den Bergen seit Mitte Juli andauert brachten diesen rasch zum schmelzen.
Auf dem Jungfraujoch sind im Juli rund 3 Meter Schnee verschwunden. Die Gletscher sind teils bereits bis auf 3300 Meter blank. In diesen Tagen verlieren sie rund 5 Zentimeter Eisdicke pro Tag. An den Gletscherzungen sogar noch mehr.
Bis 100'000 Liter Abfluss pro Sekunde am Aletschgletscher
So fliessen riesige Wassermengen aus den Gletschertoren. Am Grossen Aletschgletscher, dem grössten Gletscher der Alpen, werden täglich Spitzenabflüsse von 90'000 bis 100'000 Liter Wasser pro Sekunde gemessen.
Die Hitze in den Alpen geht in den kommenden Tagen weiter, wie im TemperaturRadar gut zu erkennen ist. Ein Kaltlufteinbruch ist selbst in den Hochlagen der Alpen bis Ende August nicht in Sicht.
Somit geht der diesjährige Sommer, trotz guter Ausgangslage, als starkes Schwundjahr in die Geschichte ein. Schätzungen gehen von Volumenverlusten von zwei bis drei Prozent aus.