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Wunschtraum und Realität - Der Mythos von der weißen Weihnacht

05:30
25. November 2022

Wunschtraum und Realität
Der Mythos von der weißen Weihnacht

SchneemannOb man dieses Jahr zu Weihnachten einen Schneemann bauen kann, ist noch völlig ungewiss.

Kaum sind die ersten Flocken in Aussicht und der Zauber des Advents naht, kommt sie, die Wetterfrage aller Wetterfragen: "Gibt es dieses Jahr weiße Weihnachten?"

Einen Monat vor Heiligabend häufen sich die Spekulationen zum Weihnachtswetter schon wieder. Meist führen diese auf direktem Wege ins Reich der Mythen und der Kaffeesatzleserei. Mitunter werden aber schon "genaue" Weihnachtswetter-Prognosen verkündet, obwohl so frühzeitige Vorhersagen schlicht unmöglich sind. Seriöse Prognosen sind erst wenige Tage vor Termin machbar.

Weiße Weihnacht 2010

+ 8

Nicht selten knüpft sich an die Frage nach weißen Weihnachten auch die enttäuschte Feststellung: "Früher gab es viel öfter weiße Weihnachten". Doch diese Aussage ist unzutreffend. Schnee zu Weihnachten war auch in der Vergangenheit nie die Regel. Weiße Weihnachten sind schlicht ein Wunschbild, das in Deutschland schon immer die Ausnahme war. In der Regel war und ist das Festwetter eher grün oder grau.

Weihnachtstauwetter verhindert weiße Pracht

Ursache dafür ist das sogenannte Weihnachtstauwetter, das oft für mildes Regenwetter an den Feiertagen sorgt. Es zählt zu den bedeutendsten Witterungsregelfällen. Mit einer Eintreffwahrscheinlichkeit von bis zu 60 Prozent tritt es bemerkenswert häufig nach dem 20. Dezember auf mit Höhepunkt zwischen dem 24. und 29. Dezember.

WintersonneWintersonne über einer verschneiten Landschaft. Oft lässt das sogenannte "Weihnachtstauwetter" diesen Traum Ende Dezember platzen.

Bis in die Hochlagen der Mittelgebirge taut dann zuvor gefallener Schnee. In den meisten Teilen Deutschlands liegen die Chancen auf ein weißes Fest daher rein statistisch betrachtet nur zwischen 10 und 30 Prozent. Und Schnee zum Fest dürfte in Zukunft noch seltener werden - der Klimawandel lässt grüßen.

Früher waren die Winter viel kälter als heute

Ein weiterer, immer wieder ins Feld geführter Mythos ist die Behauptung, früher seien die Winter immer viel kälter als heute gewesen. Doch auch dies ist nur teilweise richtig, denn auch zu Großmutters Zeiten gab es neben eisigen auch viele milde und fast schneelose Winter. Die meisten von uns bringen mit einem "richtigen Winter" aber lange Phasen von Eis, Schnee und Frost in Verbindung.

Die Schneekatastrophe 1978/79

+ 21

Jahre, in denen solche Wetterlagen vorherrschend waren, bleiben uns ganz einfach viel eindrücklicher in Erinnerung als milde Winter. Allerdings ist auch richtig, dass es seit den 1990er Jahren weniger Schnee und Eis gab als zuvor. Und dieser Trend wird sich aufgrund des Klimawandels wohl auch in den nächsten Jahrzehnten fortsetzen.

Trotzdem ist auch in diesem Jahr noch alles möglich – sogar Flocken zu Weihnachten. Denn erst ab etwa zwei Wochen vor dem Fest sind zumindest erste Trends erkennbar und rücken anschließend langsam in den Bereich einer seriösen Vorhersagbarkeit.

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