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WetterTicker - Wetter live verfolgen

15:00
29. Jänner 2023

Nordstau in den Alpen
Neue Woche bringt viel Schnee und Sturm

Windkarte mit Druckgebilden für Mitte nächste WocheZwischen einem Hoch und einem Tief treffen in der kommenden Woche Wetterfronten mit einer kräftigen Nordwestströmung den Alpenraum.

Die neue Woche bringt der Alpennordseite jede Menge Neuschnee. Mehrere Frontensysteme transportieren mit stürmischem Wind feucht-kalte Luft in den Alpenraum. Das hat Auswirkungen.

Nachdem die südlichen Bundesländer zuletzt regelrecht im Schnee versunken waren und mit mehr als einem Meter Neuschnee zu kämpfen hatten, dreht sich in der neuen Wetterwoche alles um den Norden. Die Wetterlage hat sich nun grundlegend umgestellt. Mittelmeertiefs sind in nächster Zeit kein Thema mehr, dafür dominieren gleich mehrere Tiefdrucksysteme nördlich von uns.

Zwischen dem Hoch BEATE über dem Atlantik und Tief NICOLAS gelangt schon zu Wochenbeginn mit einer straffen Nordwestströmung eine Kaltfront in den Alpenraum. Diese trifft Montagmittag im Norden des Landes ein. Die Schneefallgrenze pendelt dabei um etwa 500 Meter.

Mit Durchzug der Front wird es nicht nur auf den Bergen und in exponierten Lagen stürmisch, sondern auch in den Niederungen sind Windspitzen zwischen 70 und 80 Kilometer pro Stunde zu erwarten.

Das WindRadar für Montag zeigt stürmischen Wind aus West bis Nordwest.Das WindRadar zeigt für Montag selbst in den Niederungen stürmischen Wind aus West bis Nordwest.

In den darauffolgenden Tagen bleibt der kräftige bis stürmische Wind besonders auf den Bergen und entlang der Alpennordseite ein Thema. Deutlich ruhiger präsentieren sich die Regionen von Oberkärnten bis in die Südsteiermark.

Viel Neuschnee durch Nordstau

Die nächste Niederschlagsstaffel kündigt sich in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag an. Manche Wettermodelle zeigen ab diesem Zeitpunkt lokal ununterbrochene Schneefälle bis Freitagabend oder sogar bis Samstag. Innerhalb weniger Stunden kann es mehrere Zentimeter schneien. Besonders in den Nordalpen sind dabei große Mengen an Neuschnee zu erwarten, wie eine erste Abschätzung auf folgender Grafik zeigt:

Schneekarte mit aufsummierten Niederschlägen bis FreitagabendBis zum Ende der kommenden Arbeitswoche fallen im Nordstau große Schneemengen. In den hellrosa Bereichen sind es meist nur 1 bis 5 Zentimeter.

Durch die kontinuierliche Nord- bis Nordwestströmung gepaart mit feucht-kalter Luft stauen sich die Niederschläge an der Nordseite der Alpen. Die Berge wirken dabei wie eine Barriere für die Luftströmung. Beim Hinströmen auf die Bergkette wird die Luft gezwungen das Hindernis seitlich oder vertikal zu überwinden.

Versuchen die Luftmassen die Alpen vertikal zu überwinden, kühlen sie sich beim Aufsteigen ab und in weiterer Folge kommt es zur Wolken- und schließlich zur Niederschlagsbildung. In Österreich sind typische Nordstauregionen beispielsweise der Bregenzerwald, das Arlberggebiet, die nördlichen Kalkalpen oder das Salzkammergut.

Nicht überall Schneefall

Die Schneefallgrenze schwankt nächste Woche nach derzeitigem Stand immer wieder. Für Schneeflocken bis in tiefe Lagen reicht es nicht immer. Meist fällt Schnee oberhalb von 300 bis 600 Meter Höhe. Zudem treibt der kräftige Wind die Temperaturen zur Wochenmitte im Donauraum auf etwa plus 7 bis 9 Grad.

Schon gewusst?

Der Wind wird oftmals auch als der Baumeister der Lawinen bezeichnet.

Schneeliebhaber freuen sich über die prognostizieren Niederschlagssummen. Es gibt aber auch eine Kehrseite der Medaille: Durch die Kombination aus Neuschnee und stürmischem Wind wird die Lawinengefahr auf den Bergen nächste Woche deutlich ansteigen. Auch Schneeverwehungen und abbrechende Äste oder umstürzende Bäume sind ein Thema.

Besonders in den höheren Lagen des Mühl- und Waldviertels ist Vorsicht geboten. Viele Bäume und Sträucher sind seit Tagen mit einer dicken Raueisschicht überzogen. Bei zusätzlicher Belastung durch Wind und Schnee drohen Äste abzubrechen.

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13:10
29. Jänner 2023

Schelfeis bröckelt weiter
Antarktis: Riesiger Eisberg abgebrochen

Iceberg Brunt-IceshelfSatellitenbilder zeigen, wie sich der riesige Eisberg vom Brunt-Schelfeis löst. - © NASA

In der Antarktis ist ein riesiger Eisberg abgebrochen. Mehr als 10 Jahre hatte es gedauert, bis es entlang von Rissen und Spalten schließlich zum Bruch kam.

Ein Eisberg von der doppelten Größe New York Citys hat sich in der Ostantarktis vom Brunt-Schelfeis gelöst. Erste Spannungsrisse hatten sich bereits in den 1970-er Jahren gebildet, waren dann aber bis zum Jahr 2012 wieder zur Ruhe gekommen. Seither erweiterten sich die Risse und Spalten schubweise immer schneller, bis es am 22. Januar 2023 zum Abbruch kam.

Der riesige Tafeleisberg mit der Bezeichnung "Iceberg A81" hat eine Fläche von rund 1550 Quadratkilometern. Das entspricht fast einem Viertel der ursprünglichen Größe des gesamten Brunt-Schelfeises. Erst im Februar 2021 war ein 1270 Quadratkilometer großer Eisberg abgebrochen und ins östliche Weddellmeer gedriftet.

Iceshelf CracksTrotz bereits deutlich sichtbarer Risse war das Schelfeis vor zwei Jahren, im Januar 2021, noch stabil. - © NASA

Schelfeis ist vom Inlandeis gespeistes Gletschereis, das die Küstenlinie überflossen hat. Es schrammt zwar zum Teil noch über Halt bietende Felsrücken am Meeresboden, doch teils schwimmt es auch auf. Zuletzt war der Kontinent allerdings von viel Meereis umgeben, das dem Abfluss des Schelfeises ins Meer entgegengewirkt hatte. Seit einigen Jahren ist jedoch ein deutlicher Rückgang des winterlichen Meereises zu beobachten.

Forscher vermuten daher, dass nun vermehrt wärmere Meeresströmungen die Abschmelzprozesse unter dem Schelfeis und damit auch den Nachfluss von Inlandeis beschleunigen könnten. Andererseits weiß kein Mensch, ob und wie häufig sich womöglich schon ähnliche Phasen in der Klimageschichte der Antarktis ereignet und welche Mechanismen sie ausgelöst und wieder gestoppt haben. So gilt es, die weitere Entwicklung genau zu beobachten.

Welt im tiefen Frost

+ 12
10:10
29. Jänner 2023

Viele Schäden an Gebäuden
Tote und Verletzte bei Erdbeben im Iran

Im Iran sind bei einem Erdbeben mehrere Menschen ums Leben gekommen. Hunderte wurden verletzt, schwere Beschädigungen gab es an zahlreichen Gebäuden.

Ein Erdbeben der Stärke 5,9 hat im Nordwesten des Irans mindestens drei Tote gefordert. Bei den Erdstößen in der Nacht zum Sonntag wurden mehr als 800 Menschen verletzt, etwa 60 von ihnen schwer. Das Zentrum des Bebens lag in der Stadt Choy in der Provinz West-Aserbaidschan nahe der türkischen Grenze. Der Erdbebenherd lag in nur 10 Kilometer Tiefe.

Schon gewusst?

Die bekannte Richterskala zur Einschätzung der Erdbebenstärke wird nicht mehr genutzt. Stattdessen geben Erdbebendienste die Stärke meistens in der Moment-Magnituden-Skala an, die sich von der Richterskala zum Teil deutlich unterscheidet.

In der Stadt sowie in weiteren Dutzenden Ortschaften in der Region wurden zahlreiche Gebäude zum Teil schwer beschädigt. Die iranische Regierung schickte umgehend Rettungskräfte in die betroffenen Gebiete. Aus Angst vor Nachbeben verbrachten mehr als 70.000 Menschen trotz eisiger Kälte die Nacht im Freien.

Erst am Mittwoch vor einer Woche hatte es in der Region ein Erdbeben gegeben. Dabei wurden mindestens 120 Menschen verletzt und Hunderte Gebäude beschädigt.

(WO/APA)

08:03
29. Jänner 2023

Fotos vom Schweifstern
Grüner Komet über dem Ätna

Faszinierende Analogie in einem Foto: Aufnahmen zeigen, wie irdischer Wind Dampf- und Gasschwaden über den verschneiten Gipfel des Vulkans Ätna bläst und Sonnenwind Staub und Gase des "grünen Kometen" in die Tiefen des Alls weht.

Das Weltraumbild des Tages (APOD) zeigt den auch als "grüner Komet" bezeichneten Schweifstern C/2022 E3 über dem sizilianischen Vulkan Ätna. Darüber hinaus wird auf dem Bild deutlich, dass Wind nicht nur auf der Erde, sondern auch im Weltraum weht. Wie auf dem Kometen treten auch aus dem Vulkan Staub sowie Gasschwaden aus und werden vom Wind verweht.

Sonnenwind weht Kometenschweife aus

Im Falle des Ätna zerstreut irdischer Wind die entweichenden Staub- und Gaswolken. Diese Funktion übernimmt im Weltraum der Sonnenwind. Im Zusammenspiel mit dem Strahlungsdruck des Sonnenlichts weht dieser ständige Strom elektrisch geladener Teilchen aus dem Kometen austretende Gase und Staub von der Sonne weg.

Der Strahlungsdruck kann dabei gut an den Staubteilchen "anpacken" und sie in einen gekrümmten und blass schimmernden Staubschweif auffächern. Der Sonnenwind "übernimmt" dagegen die leichteren Gasmoleküle. Er regt sie in einem weiteren, vom Staubschweif des Kometen deutlich abgesetzten, schmalen Plasmaschweif zum Leuchten an.

Schon gewusst?

Anders als bei ihrer Annäherung schieben Kometen, die sich von der Sonne entfernen, ihre Schweife vor sich her.

Bei ganz besonderen Bahnkonstellationen kann sich diesen beiden Schweifstrukturen sogar noch ein dritter, ein scheinbarer "Gegenschweif" hinzugesellen. Dabei handelt es sich jedoch nicht um einen eigenständigen Schweif, sondern nur um eine perspektivische Projektion. Eine solche ist gut auf dem APOD vom 27. Januar zu erkennen:

Solche Projektionen erscheinen, wenn die Bahnebene eines aufgefächerten Kometenschweifes über die Bahnebene der Erde hinwegschwenkt. Dabei wendet uns der gekrümmte Schweif kurzzeitig die "Kante" seines Fächers zu. So kann dieser aus Erdsicht kurzzeitig über den Kometenkopf hinausragen. Diese Perspektive erweckt den Anschein eines Gegenschweifes.

Fürs bloße Auge nicht hell genug

Der "grüne Komet" erreicht am 1. Februar seine größte Annäherung an die Erde. Er ist mit optischen Hilfsmitteln die ganze Nacht über gut am Nordhimmel zu sehen. Für Beobachtungen mit bloßem Auge ist der Schweifstern aber zu lichtschwach, zumal ihn in den ersten Februartagen das Licht des zunehmenden Mondes auch noch zu überstrahlen beginnt.

Wo kann man den grünen Kometen sehen?Mehr erfahren

Weitaus lichtstärker hat sich im Sommer 2020 der Komet Neowise gezeigt. Er war auch mit bloßem Auge gut sichtbar und hat alle Himmelsbeobachter in helle Begeisterung versetzt:

Komet Neowise am Nachthimmel

+ 6
14:57
28. Jänner 2023

Sintflutartige Regenfälle
Madagaskar: Tropensturm hinterlässt Tote

Madagaskar Tropensturm ÜberschwemmungenVor allem in Norden Madagaskars stehen immer noch unzählige Straßen unter Wasser. - © dpa

In Folge eines Tropensturms sind auf Madagaskar mehrere Menschen ums Leben gekommen. Zehntausende mussten sintflutartige Regenfälle und Überschwemmungen überstehen.

Ein Tropensturm hat auf dem afrikanischen Inselstaat Madagaskar mindestens 24 Menschen das Leben gekostet. Die Behörden gehen derzeit noch von 21 Vermissten Personen aus. Mehr als 55.000 Menschen und Tausende Häuser waren am Freitag von schweren Überschwemmungen betroffen.

Der Tropensturm CHENESO brachte seit gut einer Woche immer wieder sintflutartige Regenfälle auf die Insel im Indischen Ozean. Besonders im Norden des Landes hinterließen Sturmböen und Wassermassen große Verwüstungen.

Viele Straßen waren unpassierbar, mehrere Brücken stürzten ein. Am Freitag zog CHENESO zwar ab, dennoch werden in den kommenden Tagen weiterhin heftige Regenfälle erwartet.

(WO/dpa)

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