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10:13
2. Februar 2023

Große Lawinengefahr
Hier fällt der meiste Schnee

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In Filzmoos im Salzburger Pongau auf gut 1000 Meter ist schon in der Nacht zum Donnerstag sehr viel Schnee gefallen.

Intensive Schneefälle sorgen bereits jetzt für eine große Lawinengefahr in manchen Gebieten. Und der Nachschub lässt nicht nach: Mehrere Frontensysteme transportieren mit stürmischem Wind feuchte Luft in den Alpenraum. Auf den Bergen kommt bis zum Wochenende über 1 Meter Schnee dazu.

Die sehr stürmische Wetterlage im Norden und Osten des Landes hält an. Jetzt mischt sich auch vermehrt intensiver Schneefall dazu. Besonders entlang der Nordalpen steht in höheren Lagen von Mittwochabend bis Samstagfrüh starker Schneefall auf dem Programm, wie in der WetterRadar-Prognose gut zu sehen ist.

Eine erste Ladung Schnee erreicht Österreich am Donnerstag. Vom Tiroler Unterland bis ins zum Semmering fällt häufig Schnee. Tiefwinterlich war es am Donnerstagvormittag bereits vom Tennengau bis ins Mariazeller Land sein. Örtlich kam es zu Behinderungen im Straßenverkehr.

Bis Sonntag fallen in den klassischen  Nordstaulagen beachtliche Neuschneemengen.Bis Samstag fallen in den klassischen Nordstaulagen große Neuschneemengen.

Am Arlberg sowie in den Nordstaulagen des Salzburger Landes und im Ausseerland kommen bis zum Wochenende insgesamt 70 bis 100 Zentimeter Neuschnee zusammen, im Hochgebirge sind noch größere Mengen zu erwarten. Die Schneefallgrenze schwankt regional sehr stark zwischen 500 und 1100 Meter. Für Schnee bis in tiefe Lagen reicht es also nicht immer.

Große Lawinengefahr

Die derzeit sehr starken Luftdruckgegensätze zwischen einem Tief über Nordeuropa und einem mächtigen Azorenhoch sorgen weiterhin für starken bis stürmischen Wind. Dieser ließ die Lawinengefahr bereits stark ansteigen.

Vom Tiroler Unterland im Westen bis zum Hochschwab im Osten herrscht oberhalb der Waldgrenze große Lawinengefahr. Zudem ist im Salzburger Land und in der westlichen Obersteiermark auch unterhalb der Baumgrenze die Gefahr vor Lawinenabgängen erheblich. Ein weiterer Anstieg auf die höchste Lawinenwarnstufe ist nicht ausgeschlossen.

Das sind die 5 LawinenwarnstufenMehr erfahren

Hauptproblem für die hohe Lawinengefahr ist der sogenannte Triebschnee. Frischer Pulverschnee wird mit dem Wind verfrachtet und über Gebirgskämme geblasen. Dieser bleibt dann auf der windabgewandten Seite in Hängen und Mulden liegen und hat keine Bindung zum Untergrund. Der dort angesammelte Schnee stellt für Wintersportler eine große Gefahr da. Oftmals reicht schon eine geringe Zusatzbelastung aus, damit eine Lawine abgeht.

Die Grafik zeigt die Windgeschwindigkeiten für Freitag an.Bis zum Wochenende pfeift uns stürmischer West- bis Nordwestwind um die Ohren, wie das WindRadar am Freitag zeigt.

Durch die kontinuierliche Nord- bis Nordwestströmung gepaart mit feucht-kalter Luft stauen sich die Niederschläge an der Nordseite der Alpen. Die Berge wirken dabei wie eine Barriere für die Luftströmung. Beim Hinströmen auf die Bergkette wird die Luft gezwungen das Hindernis seitlich oder vertikal zu überwinden.

Skigebiete freuen sich

Versuchen die Luftmassen die Alpen vertikal zu überwinden, kühlen sie sich beim Aufsteigen ab und in weiterer Folge kommt es zur Wolken- und schließlich zur Niederschlagsbildung. In Österreich sind typische Nordstauregionen beispielsweise der Bregenzerwald, das Arlberggebiet, die nördlichen Kalkalpen oder das Salzkammergut.

Für Skifahrer kommen die Aussichten wie gerufen. Nach dem bislang eher schneearmen Winter in den Nordalpen verbessert sich die Schneelage in den nächsten Tagen enorm. Mit zunehmendem Hochdruckeinfluss in der nächsten Woche steht dann astreinem Skivergnügen nichts mehr im Wege.

Schneehöhen in den WintersportortenMehr erfahren
11:01
1. Februar 2023

Aus dem Archiv
1986: Damals war Winter noch Winter

Wer auf das Auto angewiesen war hatte Anfang Februar 1986 Pech.Wer auf das Auto angewiesen war, hatte Anfang Februar 1986 Pech. - © Bernhard Schaffernak

Der Winter 1986 im Süden ist wahrscheinlich noch einigen in Erinnerung. Extreme Schneemassen säumten damals die Landeshauptstadt Graz. Von einer derart tief winterlichen Landschaft ist hier aktuell nur zu träumen.

Einen wahren Südwinter gab es im Jahr 1986. Mehrere Italientiefs aus dem Süden sorgten für einen Jahrhundertwinter. Besonders beeindruckend war das Schneefallereignis rund um den 10. Februar, bei dem besonders die Stadt Graz und das Umland im Schnee versanken.

Erstaunliche Mengen fielen am 9. und in der Nacht zum 10. Februar. In der Stadt selbst wurde über 70 Zentimeter Gesamtschnee gemessen. Am Grazer Hausberg, dem Schöckl kamen damals über 2 Meter Schnee zusammen. In tieferen Lagen ging in Sachen Schnee damals aber noch deutlich mehr als im Grazer Umland. Im oberen Murtal lag die die Schneehöhe sogar bei zirka 1,3 Meter.

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Kinder hatten mit der weißen Pracht sichtlich eine Freude. - © Sabine Gigerl

Zeitzeugen berichten von Wänden aus Schnee. Brückengeländer mussten demontiert werden um mit Lastwagen den Schnee in die Mur kippen zu können. Viele Menschen in den Vororten von Graz mussten bis zu 3 Wochen auf ihr Auto verzichten. Viele Nebenstraßen waren eingeschneit und wochenlang für Fahrzeuge nicht passierbar. In der gesamten Steiermark galt kurzzeitig Schneekettenpflicht.

Das war der Auslöser

Eingeleitet wurde das Ereignis durch eine markante Wetterlage. Wie in der Abbildung unten zu sehen ist, zapfte ein Hoch über Osteuropa mit seiner Drehrichtung kontinentale Kaltluft an. Gleichzeitig formierte sich ein Italientief mit feucht-warmer Luft im Gepäck. Wenn diese unterschiedlichen Luftmassen aufeinandertreffen entsteht ein starker Aufgleitvorgang.

Die Wetterkarte vom 9. Februar 1986.Die Grafik zeigt die Wetterkarte vom 9. Februar 1986. - © GeoSphere Austria

Hier passiert folgendes: Die im feucht-warme Luft aus dem Süden ist leichter, steigt meist großflächig auf und gleitet gleichmäßig auf die darunterliegende, schwere Kaltluft nach oben. Durch den verstärkten Hebungsprozess und lokale Staueffekte kommt es zu länger anhaltendem Schneefällen.

Von richtigem Winterwetter, mit allem was dazugehört, ist man in Graz derzeit weit entfernt. Auch in den nächsten Tagen sind hier keine großen Schneemengen in Sicht.

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08:00
1. Februar 2023

Spektakuläres Farbspiel
Schillernde Wolken über Lappland

Über dem Himmel im Norden Skandinaviens wurden in den vergangenen Tagen faszinierende Wolken gesichtet. Sogenannte Perlmuttwolken sind selten und entstehen nur unter ganz bestimmten Bedingungen.

In Norwegen und Finnland sind in den vergangenen Tagen wunderschöne Aufnahmen von in Regenbogenfarben schillernden Wolken entstanden. Die unter der offiziellen Bezeichnung "polar stratospheric clouds" (PSC) bekannten Wolken bilden sich über den Polargebieten der Erde in 20 bis 30 Kilometer Höhe.

Die Perlmuttwolken, wie sie auch genannt werden, sind manchmal vor Sonnenauf- beziehungsweise kurz nach Sonnenuntergang zu sehen und treten nur auf, wenn die Stratosphäre besonders kalt ist.

Sie entstehen bei Temperaturen von minus 78 Grad und darunter. Solche Bedingungen gibt es nur beim sogenannten Polarwirbel, einem winterlichen Tiefdruckgebiet in der Stratosphäre über den Polen.

PSC bestehen meist aus feinsten Tröpfchen von Schwefelsäure und Salpetersäureverbindungen. Sie sind je nach Temperatur von einem hauchdünnen Mantel kalten Wassers umgeben. Durch Beugung und Interferenz des Sonnenlichts sind dann zahlreiche Farben sichtbar.

Weitere grandiose Bilder von Perlmuttwolken zeigen wir in der Fotostrecke:

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Ein spektakuläres Farbspiel hat sich Anfang Februar 2020 über Nordeuropa gezeigt. Diese regenbogenfarbenen Wolken zierten den Himmel über Lappland. Dabei handelt es sich um sogenannte Polare Stratosphärenwolken (PSC), die auch Perlmuttwolken genannt werden. - © @ThomasKast1 via Twitter

PSC sind jedoch nicht nur schön, sie haben auch einen großen Nachteil. Die Forschung hat gezeigt, dass sie die Ozonschicht zerstören. Innerhalb der Stratosphärischen Wolken werden nach und nach aus Fluorchlorkohlenwasserstoffen und anderen Stoffen Chlormoleküle freigesetzt.

Nach Angaben der US-Umweltschutzbehörde kann ein einziges Chloratom in der Stratosphäre mehr als 100.000 Ozonmoleküle zerstören.

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31. Jänner 2023

Wind hinterlässt Spuren
Sturm fegt über die Alpen

WetterRadar zeigt auf den Bergen OrkanböenAm frühen Morgen wurden auf der Kölnbreinsperre in 1916 Meter Höhe Orkanböen bis 150 Kilometer pro Stunde gemessen.

Einige Wetterstationen haben in den vergangenen Stunden Sturm- und Orkanböen gemessen. Mit bis zu 150 Kilometer pro Stunde fegte der Wind über den Alpenhauptkamm. Das hinterlässt Spuren im Schnee.

Der Monatswechsel bringt neben Schnee für die Alpennordseite auch stürmische Verhältnisse. Bereits am Montag wurden in Wien Böen über 80 Kilometer pro Stunde gemessen. Auf der Jubiläumswarte waren es sogar über 100 Stundenkilometer.

Am Dienstag setzt sich das stürmische Wetter fort. Besonders entlang der Alpennordseite vom Salzburger Flachgau bis ins Mittelburgenland und auf den Bergen pfeift der Wind in Sturm- oder Orkanstärke weiter. So wurden in den Vormittagsstunden am Dienstag am Alpenhauptkamm Orkanböen bis zu 150 Kilometer pro Stunde gemessen.

Folgende Tabelle zeigt an ausgewählten Wetterstationen die höchsten Windböen der vergangenen Stunden:

WetterstationSeehöheWindspitzen
Kölnbreinsperre (K)1916 m150 km/h
Dachstein-Hunerkogel (OÖ/Stmk.)2700 m130 km/h
Sonnblick (S)3109 m113 km/h
Feuerkogel (OÖ)1618 m110 km/h
Rax/Bergstation (NÖ)1547 m110 km/h
Hirschenkogel (NÖ)1318 m107 km/h
Buchberg (NÖ)460 m100 km/h
Mariazell (Stmk.)684 m98 km/h

Schneefahnen und Windgangeln

Der stürmische Wind hinterlässt seine Spuren. In den Bergen sind heute vielerorts sogenannte Schneefahnen zu sehen. Dabei handelt es sich um aufgewirbelten Schnee an Kämmen oder Graten (blauer Kreis). Sie sind ein deutliches Zeichen für frischen Triebschnee.

Webcambild der Großglockner HochalpenstraßeAuf der Großglockner Hochalpenstraße konnten heute Schneefahnen und Windgangeln beobachtet werden. - © foto-webcam.eu

Auch Windgangeln, oftmals Sastrugi genannt, entstehen derzeit durch den starken Wind. Auf dem Foto sieht man diese am unteren rechten Bildrand. Während die flache Seite die windabgewandte Seite anzeigt, gehört die steilere zur windzugewandten. Letztere zeigt also die Windrichtung an.

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31. Jänner 2023

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Nach Schnee folgt Wetteränderung

Große Luftdruckgegensätze auf engem Raum sorgen für stürmische Zeiten.Große Luftdruckgegensätze auf engem Raum sorgen für stürmische Zeiten.

Diese Woche hat viel Wetter zu bieten. Es wird stürmisch, wechselhaft und örtlich sind große Neuschneemengen dabei. Anschließend ändert sich die Großwetterlage komplett.

Nach einem sehr wechselhaften und stürmischen Mittwoch geht es unbeständig weiter. Besonders entlang der Nordalpen ist in höheren Lagen von Donnerstag bis Samstag Dauerschneefall angesagt. Am Arlberg sowie in den Nordstaulagen des Salzburger Landes und im Ausseerland kommen 50 bis 100 Zentimeter Neuschnee zusammen, im Hochgebirge sind noch größere Mengen zu erwarten.

Die Grafik zeigt große NeuschneemengenIm Nordstau kommt bis Samstagabend auf den Bergen über 1 Meter Neuschnee dazu.

Die Schneefallgrenze schwankt von Region zu Region sehr stark. Oftmals steigt diese auf über 800 Meter an. Nur wenig oder gar kein Neuschnee ist bis zum Wochenende im östlichen Flachland und im Süden zu erwarten.

Was den Start in die neue Woche angeht, sind sich die Wettermodelle alles andere als einig. Nach einer Variante erreicht uns am Montag die Wetterfront eines Tiefs über Skandinavien mit Wind und Schnee. Andere Berechnungen der Wettermodelle zeigen allerdings, dass ein Hoch langsam seine Fühler zu uns ausstreckt.

Mächtiges Hochdruckgebiet in Sicht

Im Laufe der kommenden Woche entsteht nach derzeitigem Stand eine große Hochdruckzone von den Azoren über Mitteleuropa bis nach Russland. Für uns bedeutet das ruhiges und trockenes Wetter.

Das Hoch könnte sich über ganz Mitteleuropa erstrecken.Das Hoch könnte sich über ganz Mitteleuropa erstrecken, wie auf unseren Profikarten zu sehen ist

Allerdings kann sich bei so einer Wetterlage schnell eine sogenannte Inversion bilden. Sollte es so kommen, gibt es in den Niederungen oft zähen Nebel oder Hochnebel. Der Himmel ist dann häufig grau und die Sonne zeigt sich nur selten. Anders sieht es hoch über der Wolkendecke in den Bergen aus. Traumhaftes Skiwetter für die Semesterferien wäre dann vorprogrammiert.

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