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15:44
2. Februar 2023

Lawinengefahr und Staus
Schneemassen sorgen für Probleme

Große Schneemengen in kurzer Zeit kommen derzeit vor allem in und entlang der zentralen Nordalpen vom Himmel. Auf den Straßen herrschte teilweise Chaos und in den Bergen spitzt sich die Lawinensituation zu.

In vielen höher gelegenen Tälern der Alpennordseite und der Obersteiermark fielen von Mittwochabend bis Donnerstagnachmittag 30 bis 60 Zentimeter Neuschnee. Die obigen Aufnahmen stammen aus Eben im Salzburger Pongau auf 860 Meter Höhe. Auf einigen Bergen beträgt die Neuschneesumme bereits 70 bis 90 Zentimeter.

Massig Neuschnee für die SkigebieteMehr erfahren
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In Filzmoos im Salzburger Pongau auf gut 1000 Meter ist schon in der Nacht zum Donnerstag sehr viel Schnee gefallen.

Die tiefen Lagen bekamen meist nichts von den tiefwinterlichen Verhältnissen im Bergland zu spüren. Ausgenommen davon sind jedoch weite Teile Oberösterreichs. Nicht nur das Mühlviertel, sondern auch das tiefgelegene Innviertel kämpfte gegen 10 bis stellenweise sogar 30 Zentimeter Neuschnee an.

Die Folge war ein Verkehrschaos mit langen Staus. Hauptsächlich kam es zu Unfällen durch Glätte und zu blockierten Straßen durch Bäume, die aufgrund der Eis- und Schneelast sowie dem stürmischen Wind umfielen.

Zeitweise mussten aufgrund hängengebliebener LKWs sogar manche Autobahnabschnitte gesperrt werden. Auch in den angrenzenden Bundesländern sorgte Schnee für Probleme auf den Straßen.

Große Lawinengefahr

Die derzeit sehr starken Luftdruckgegensätze zwischen einem Tief über Nordeuropa und einem mächtigen Azorenhoch sorgen weiterhin für starken bis stürmischen Wind. Dieser ließ die Lawinengefahr bereits stark ansteigen.

LawinenkarteLawinenwarnsituation am Donnerstagnachmittag - © lawinen.at

Vom Tiroler Unterland im Westen bis zum Hochschwab im Osten herrscht oberhalb der Waldgrenze große Lawinengefahr. Zudem ist im Salzburger Land und in der westlichen Obersteiermark auch unterhalb der Baumgrenze die Gefahr vor Lawinenabgängen erheblich. Ein weiterer Anstieg auf die höchste Lawinenwarnstufe ist nicht ausgeschlossen.

Das sind die 5 LawinenwarnstufenMehr erfahren

Bis Samstagmittag schneit es die meiste Zeit über munter weiter. Lediglich am Freitagnachmittag bekommen Räumdienste und sonstige Einsatzkräfte eine kleine Verschnaufpause durch vorübergehend nachlassende Niederschläge, wie in der WetterRadar-Animation zu sehen ist.

Somit kommen von Donnerstagabend bis Samstag in den bisherigen Schnee-Hotspots noch ein mal rund 60 Zentimeter hinzu. Auf den Bergen ist vereinzelt ein weiterer Meter Neuschnee möglich.

Die nächste kräftige Schneefront mit voraussichtlich rund einem halben Meter Neuschnee kündigt sich für Sonntag an. Spätestens dann dürfte es in manchen hochgelegenen Ortschaften zu Problemen mit der Schneelast auf Dächern kommen.

13:37
2. Februar 2023

Extremwetter in den USA
Nach Eisregen Hunderttausende ohne Strom

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Eisregen hat in den USA große Regionen lahmgelegt. - © dpa

Im Süden der USA hat massiver Eisregen für Chaos gesorgt. Unfälle auf den Straßen, Stromausfälle und gestrichene Flüge waren die Folge. In mehreren Bundesstaaten wurde der Notstand ausgerufen.

Eine extreme Wetterlage hat dem Süden der USA heftigen Eisregen gebracht. Besonders betroffen waren die Bundesstaaten Texas, Oklahoma und Arkansas.

Hier bildete sich seit Wochenbeginn regional eine mehrere Zentimeter dicke Eisschicht auf Straßen und Gehwegen. In der Folge kam es zu zahlreichen Verkehrsunfällen auf dem Glatteis. Ein paar davon endeten tödlich.

WetterRadar zeigt EisregenDas WetterRadar zeigt den großflächigen Eisregen (orange) im Süden der USA.

Hunderttausende Haushalte waren zwischenzeitlich ohne Strom bei eisiger Kälte. Stromleitungen und Bäume wurden von einer Eisschicht überzogen und brachen unter der Last. Außerdem kam es zu über 2000 Flugausfällen und Schulen wurden geschlossen.

Verantwortlich für den extremen Eisregen war feuchtwarme Luft, die von Mexiko über die Südstaaten der USA bis an die Ostküste vordrang. Diese schob sich über die am Boden liegende Kaltluft – eine sogenannte Inversionslage stellte sich ein.

Da die Temperatur in mehreren Hundert Metern über dem Boden über dem Gefrierpunkt lag, fiel der Niederschlag als Regen. Auf dem gefrorenen Boden erstarrten die Tropfen aber sogleich zu Eis.

Wissenswertes zu GlatteisMehr erfahren
10:13
2. Februar 2023

Große Lawinengefahr
Hier fällt der meiste Schnee

Intensive Schneefälle sorgen bereits jetzt für eine große Lawinengefahr in manchen Gebieten. Und der Nachschub lässt nicht nach: Mehrere Frontensysteme transportieren mit stürmischem Wind feuchte Luft in den Alpenraum. Auf den Bergen kommt bis zum Wochenende bis zu 2 Meter Schnee dazu.

Die sehr stürmische Wetterlage im Norden und Osten des Landes hält an. Jetzt mischt sich auch vermehrt intensiver Schneefall dazu. Besonders entlang der Nordalpen steht in höheren Lagen von Mittwochabend bis Samstagfrüh starker Schneefall auf dem Programm, wie in der WetterRadar-Prognose gut zu sehen ist.

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In Filzmoos im Salzburger Pongau auf gut 1000 Meter ist schon in der Nacht zum Donnerstag sehr viel Schnee gefallen.

Eine erste Ladung Schnee erreicht Österreich am Donnerstag. Vom Tiroler Unterland bis ins zum Semmering fällt häufig Schnee. Tiefwinterlich war es am Donnerstagvormittag bereits vom Tennengau bis ins Mariazeller Land. Örtlich kam es zu Behinderungen im Straßenverkehr.

Am Arlberg sowie in den Nordstaulagen des Salzburger Landes und im Ausseerland kommen bis zum Wochenende insgesamt 70 bis 100 Zentimeter Neuschnee zusammen, im Hochgebirge sind noch größere Mengen bis lokal 200 Zentimeter möglich.

Bis Sonntag fallen in den klassischen  Nordstaulagen beachtliche Neuschneemengen.Bis Samstag fallen in den klassischen Nordstaulagen große Neuschneemengen.

Die Schneefallgrenze schwankt regional sehr stark zwischen 400 und 1100 Meter. Für Schnee bis in tiefe Lagen reicht es also nicht immer.

Große Lawinengefahr

Die derzeit sehr starken Luftdruckgegensätze zwischen einem Tief über Nordeuropa und einem mächtigen Azorenhoch sorgen weiterhin für starken bis stürmischen Wind. Dieser ließ die Lawinengefahr bereits stark ansteigen.

Vom Tiroler Unterland im Westen bis zum Hochschwab im Osten herrscht oberhalb der Waldgrenze große Lawinengefahr. Zudem ist im Salzburger Land und in der westlichen Obersteiermark auch unterhalb der Baumgrenze die Gefahr vor Lawinenabgängen erheblich. Ein weiterer Anstieg auf die höchste Lawinenwarnstufe ist nicht ausgeschlossen.

Das sind die 5 LawinenwarnstufenMehr erfahren

Hauptproblem für die hohe Lawinengefahr ist der sogenannte Triebschnee. Frischer Pulverschnee wird mit dem Wind verfrachtet und über Gebirgskämme geblasen. Dieser bleibt dann auf der windabgewandten Seite in Hängen und Mulden liegen und hat keine Bindung zum Untergrund. Der dort angesammelte Schnee stellt für Wintersportler eine große Gefahr da. Oftmals reicht schon eine geringe Zusatzbelastung aus, damit eine Lawine abgeht.

Die Grafik zeigt die Windgeschwindigkeiten für Freitag an.Bis zum Wochenende pfeift uns stürmischer West- bis Nordwestwind um die Ohren, wie das WindRadar am Freitag zeigt.

Durch die kontinuierliche Nord- bis Nordwestströmung gepaart mit feucht-kalter Luft stauen sich die Niederschläge an der Nordseite der Alpen. Die Berge wirken dabei wie eine Barriere für die Luftströmung. Beim Hinströmen auf die Bergkette wird die Luft gezwungen das Hindernis seitlich oder vertikal zu überwinden.

Skigebiete freuen sich

Versuchen die Luftmassen die Alpen vertikal zu überwinden, kühlen sie sich beim Aufsteigen ab und in weiterer Folge kommt es zur Wolken- und schließlich zur Niederschlagsbildung. In Österreich sind typische Nordstauregionen beispielsweise der Bregenzerwald, das Arlberggebiet, die nördlichen Kalkalpen oder das Salzkammergut.

Für Skifahrer kommen die Aussichten wie gerufen. Nach dem bislang eher schneearmen Winter in den Nordalpen verbessert sich die Schneelage in den nächsten Tagen enorm. Mit zunehmendem Hochdruckeinfluss in der nächsten Woche steht dann astreinem Skivergnügen nichts mehr im Wege. Die Semesterferien können kommen. Die vorherrschende Lawinengefahr gilt es aber in jedem Fall zu beachten.

Schneehöhen in den WintersportortenMehr erfahren
11:01
1. Februar 2023

Februar 1986
Damals war richtig Winter in den Städten

Wer auf das Auto angewiesen war hatte Anfang Februar 1986 Pech.Wer auf das Auto angewiesen war, hatte Anfang Februar 1986 Pech. - © Bernhard Schaffernak

Der Winter 1986 im Süden ist wahrscheinlich noch einigen in Erinnerung. Extreme Schneemassen säumten damals die Landeshauptstadt Graz. Von einer derart tief winterlichen Landschaft ist hier aktuell nur zu träumen.

Einen wahren Südwinter gab es im Jahr 1986. Mehrere Italientiefs aus dem Süden sorgten für einen Jahrhundertwinter. Besonders beeindruckend war das Schneefallereignis rund um den 10. Februar, bei dem besonders die Stadt Graz und das Umland im Schnee versanken.

Erstaunliche Mengen fielen am 9. und in der Nacht zum 10. Februar. In der Stadt selbst wurde über 70 Zentimeter Gesamtschnee gemessen. Am Grazer Hausberg, dem Schöckl kamen damals über 2 Meter Schnee zusammen. In tieferen Lagen ging in Sachen Schnee damals aber noch deutlich mehr als im Grazer Umland. Im oberen Murtal lag die die Schneehöhe sogar bei zirka 1,3 Meter.

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Kinder hatten mit der weißen Pracht sichtlich eine Freude. - © Sabine Gigerl

Zeitzeugen berichten von Wänden aus Schnee. Brückengeländer mussten demontiert werden um mit Lastwagen den Schnee in die Mur kippen zu können. Viele Menschen in den Vororten von Graz mussten bis zu 3 Wochen auf ihr Auto verzichten. Viele Nebenstraßen waren eingeschneit und wochenlang für Fahrzeuge nicht passierbar. In der gesamten Steiermark galt kurzzeitig Schneekettenpflicht.

Das war der Auslöser

Eingeleitet wurde das Ereignis durch eine markante Wetterlage. Wie in der Abbildung unten zu sehen ist, zapfte ein Hoch über Osteuropa mit seiner Drehrichtung kontinentale Kaltluft an. Gleichzeitig formierte sich ein Italientief mit feucht-warmer Luft im Gepäck. Wenn diese unterschiedlichen Luftmassen aufeinandertreffen entsteht ein starker Aufgleitvorgang.

Die Wetterkarte vom 9. Februar 1986.Die Grafik zeigt die Wetterkarte vom 9. Februar 1986. - © GeoSphere Austria

Hier passiert folgendes: Die im feucht-warme Luft aus dem Süden ist leichter, steigt meist großflächig auf und gleitet gleichmäßig auf die darunterliegende, schwere Kaltluft nach oben. Durch den verstärkten Hebungsprozess und lokale Staueffekte kommt es zu länger anhaltendem Schneefällen.

Von richtigem Winterwetter, mit allem was dazugehört, ist man in Graz derzeit weit entfernt. Auch in den nächsten Tagen sind hier keine großen Schneemengen in Sicht.

14-Tage-Wetter: So geht es weiterMehr erfahren
08:00
1. Februar 2023

Spektakuläres Farbspiel
Schillernde Wolken über Lappland

Über dem Himmel im Norden Skandinaviens wurden in den vergangenen Tagen faszinierende Wolken gesichtet. Sogenannte Perlmuttwolken sind selten und entstehen nur unter ganz bestimmten Bedingungen.

In Norwegen und Finnland sind in den vergangenen Tagen wunderschöne Aufnahmen von in Regenbogenfarben schillernden Wolken entstanden. Die unter der offiziellen Bezeichnung "polar stratospheric clouds" (PSC) bekannten Wolken bilden sich über den Polargebieten der Erde in 20 bis 30 Kilometer Höhe.

Die Perlmuttwolken, wie sie auch genannt werden, sind manchmal vor Sonnenauf- beziehungsweise kurz nach Sonnenuntergang zu sehen und treten nur auf, wenn die Stratosphäre besonders kalt ist.

Sie entstehen bei Temperaturen von minus 78 Grad und darunter. Solche Bedingungen gibt es nur beim sogenannten Polarwirbel, einem winterlichen Tiefdruckgebiet in der Stratosphäre über den Polen.

PSC bestehen meist aus feinsten Tröpfchen von Schwefelsäure und Salpetersäureverbindungen. Sie sind je nach Temperatur von einem hauchdünnen Mantel kalten Wassers umgeben. Durch Beugung und Interferenz des Sonnenlichts sind dann zahlreiche Farben sichtbar.

Weitere grandiose Bilder von Perlmuttwolken zeigen wir in der Fotostrecke:

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Ein spektakuläres Farbspiel hat sich Anfang Februar 2020 über Nordeuropa gezeigt. Diese regenbogenfarbenen Wolken zierten den Himmel über Lappland. Dabei handelt es sich um sogenannte Polare Stratosphärenwolken (PSC), die auch Perlmuttwolken genannt werden. - © @ThomasKast1 via Twitter

PSC sind jedoch nicht nur schön, sie haben auch einen großen Nachteil. Die Forschung hat gezeigt, dass sie die Ozonschicht zerstören. Innerhalb der Stratosphärischen Wolken werden nach und nach aus Fluorchlorkohlenwasserstoffen und anderen Stoffen Chlormoleküle freigesetzt.

Nach Angaben der US-Umweltschutzbehörde kann ein einziges Chloratom in der Stratosphäre mehr als 100.000 Ozonmoleküle zerstören.

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