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Mittwoch, 21.02.2018

Nach Orkan FRIEDERIKE

Verwüstungen in den Wäldern

Etliche Wälder Deutschlands gleichen nach den vielen Stürmen seit Herbst einem Schlachtfeld: Millionen von Bäume liegen am Boden. Nun hat für die Forstbetriebe ein Wettlauf gegen die Zeit begonnen, denn das nächste Ungemach droht.

Wir hier bei Kalefeld in Südniedersachsen liegen ganze Waldstücke nach Orkan FRIEDERIKE am Boden. Viele Wälder sind für Spaziergänger noch immer gesperrt. Bild: dpa

Nach den Sturmtiefs XAVIER, HERWART und BURGLIND lagen bereits unzählige Bäume in unseren Wäldern am Boden. Doch dann kam am 18. Januar Orkan FRIEDERIKE und warf mehr Wald als alle anderen Stürme zusammen um. In den am schwersten betroffenen Staatsforsten von Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hessen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen fielen nach ersten Schätzungen über 6 Millionen Festmeter Holz, dies entspricht mehrere Millionen Bäume. Hinzu kommen die großen Schäden in privaten Wäldern.

Mit Spitzenböen bis über 200 Kilometer pro Stunde in den Mittelgebirgen und bis knapp 140 Stundenkilometer im Flachland war Orkan FRIEDERIKE der stärkste Sturm im Mittelgebirgsraum seit Orkan KYRILL vor genau elf Jahren.

Verbreitet liegt zwischen Sauerland und Erzgebirge die Hälfte bis regional die gesamte Jahresmenge der Holzernte am Boden. Dieses Bruchholz muss jetzt so schnell wie möglich aufbereitet und aus den Wäldern geschafft werden. Denn mit den ersten warmen Maitagen fliegt der Borkenkäfer, der sich bei großen Mengen von geschwächtem Holz rasch zu einer Plage vermehrt. So kamen nach Orkan KYRILL, der im Januar 2007 allein in Nordrhein-Westfalen 16 Millionen Festmeter Holz zerlegte, zum Sturmholz noch mal die Hälfte an Käferholz dazu.

Allerdings sind die kreuz und quer und teils unter Spannung in den Wäldern liegenden Bäume sehr schwer zu ernten. Durch den Frost sind viele in den damals matschigen Boden gestürzten Bäume dort zurzeit festgefroren, sodass man sie selbst mit starken Seilschleppern nicht herausbekommt. Zudem werden viele Bäume erst eingelagert, da sonst durch ein Überangebot der Holzpreis sinken würde. Allerdings müssen sie dafür stets bewässert werden, damit die Qualität nicht abnimmt.

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