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Freitag, 04.12.2020

Mehrere Meter Neuschnee möglich

In den Alpen drohen Schneemassen

Das ist selbst für die Alpen extrem: In den Südalpen fallen bis Sonntag ein bis zwei Meter Neuschnee und örtlich sogar mehr als drei Meter. Selbst in den Tälern sind große Schneemengen möglich. Der Schnee ist nass, was die Lage besonders brisant macht.

Die voraussichtlichen Schneemengen bis Sonntagabend in Zentimeter.

Am meisten Niederschlag kommt bis Sonntagabend von Südtirol über Osttirol bis nach Kärnten zusammen. Im Bereich der Karnischen Alpen zwischen Österreich und Italien sind sogar Niederschlagssummen von mehr als 300 Liter pro Quadratmeter wahrscheinlich.

Die Niederschlagsmengen bis Sonntagabend in Liter pro Quadratmeter.

Ab etwa 1500 bis 2000 Meter Höhe aufwärts fällt durchweg Schnee, sodass in den Bergen selbst drei Meter Neuschnee und mehr nicht ausgeschlossen sind. Hinzu kommen Sturmböen, die für Schneeverwehungen sorgen. Bis in die Täler hinab sind große Neuschneemengen möglich, zwischendurch regnet es in den nassen Schnee hinein. Auch Blitz und Donner sind noch mit dabei.

Die Schneefälle beginnen am Freitag zunächst in der Schweiz und breiten sich ab dem Abend in Südtirol und Kärnten aus. Die WetterRadar-Animation zeigt es.

Aufgrund der großen Schneemengen ist mit deutlichen Behinderungen auf den Straßen zu rechnen. Auch wichtige Nord-Süd-Achsen wie Gotthard, San Bernardino und Brenner sind betroffen. Die Lawinengefahr steigt auf ein kritisches Niveau. Ganze Täler können von der Außenwelt abgeschnitten werden, auch Stromausfälle sind wahrscheinlich. Da der Schnee nass sein wird, drohen Bäume oder gar Dächer unter der Last zusammenzubrechen.

Ähnlich wie Anfang 2019 müssen wohl auch am Wochenende Schneemassen von den Dächern geschaufelt werden. Bild: Marco Kaschuba

Ursache der starken Niederschläge sind gleich mehrere Tiefs, die feuchte Luft von Italien gegen die Alpen drücken. Wie ein Schwamm wird die Luft an den Bergen "ausgewrungen". Dadurch regnet oder schneit es in den immer gleichen Gebieten südlich des Alpenhauptkamms anhaltend und intensiv. Ungewöhnlich ist die lange Fortdauer der Wetterlage. Zum Wochenstart sieht es zwar nach einer Beruhigung aus, doch rasch folgt das nächste Tief mit weiteren Niederschlägen.

Die Wetterlage: Tiefs drücken feuchte Luft gegen die Alpen.

Zuletzt hatte es in den Alpen im Januar 2019 ähnlich hohe Schneemengen gegeben. Die aktuell prognostizierten Mengen dürften die Massen von damals sogar noch übertreffen. WetterOnline ist am Wochenende vor Ort und wird laufend informieren.

(Ein Bericht von Verena Leyendecker aus der WetterOnline-Redaktion)

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