WetterOnline ( https://www.wetteronline.at )

Wetternews

Samstag, 17.08.2019

Allergiker leiden länger

Aggressive Ambrosiapollen

Der Gräserpollenflug ist schon fast zu Ende. Dafür fliegen derzeit Beifußpollen, in einigen Landesteilen blüht aber auch die Ambrosia-Pflanze, deren Pollen besonders aggressiv sind. Allergiker müssen daher regional mit Beschwerden rechnen.

Es muss nicht eine Erkältung sein: Vielleicht sind derzeit immer noch Pollen die Ursache für den Schnupfen.

Die Pollensaison hat spät im Sommer noch einmal Unangenehmes zu bieten: Besonders aggressiv sind die Ambrosiapollen, die vor allem von Brandenburg bis nach Ostsachsen hohe Konzentrationen erreichen können. Inzwischen breitet sich die Pflanze auch in Südostbayern und Baden-Württemberg aus. Im Westen Deutschlands gibt es ebenfalls einzelne Gebiete.

Die ursprünglich in Nordamerika beheimatete Ambrosia stammt aus der Familie der Korbblütler und ist auch als "Aufrechtes Traubenkraut" bekannt. Bild: dpa

Für Menschen, die bereits an anderen Pollenallergien leiden, kann sich die saisonale Leidenszeit bei einer Ausweitung auf Ambrosiapollen um bis zu zwei Monate verlängern. Denn die Pflanze blüht später als die meisten heimischen Arten. Schon zehn Ambrosiapollen pro Kubikmeter Luft genügen, um bei Allergikern juckende oder tränende Augen, Heuschnupfen sowie Kopfschmerzen und Müdigkeit auszulösen. Viele Länder haben daher der Ambrosia den Kampf angesagt: In der Schweiz ist zum Beispiel jeder Bürger verpflichtet, Funde sofort zu melden.

Beim Entfernen und Entsorgen der Ambrosia-Pflanze sollten Handschuhe und Mundschutz getragen werden. Bild: dpa

In Deutschland gibt es derzeit noch kein einheitliches Vorgehen. Ein Vorkommen von Ambrosia zu melden, ist aber sinnvoll, um die weitere Ausbreitung einzudämmen. Einzelpflanzen kann man dabei selbst mit Handschuhen ausreißen und in einer Plastiktüte mit dem Hausmüll entsorgen. Bei bereits blühenden Pflanzen ist ein Mundschutz zu empfehlen. Besonders in Baden-Württemberg sind Großvorkommen der Pflanzen in den letzten Jahren deutlich gestiegen.

Bereits im Jahr 2007 startete in Bayern ein Aktionsprogramm zur Ambrosia-Bekämpfung mit dem Ziel, die Ausbreitung der hoch-allergenen Pflanze so weit wie möglich zu stoppen. Auch in Berlin gibt es ein ähnliches Projekt. In von der Ambrosia-Ausbreitung am stärksten betroffenen Bezirken sollen neben einer genauen Kartierung der befallenen Flächen Methoden erprobt werden, wie der mehrjährigen Variante der Pflanze am besten beizukommen ist.

Link zu dieser Seite / Seite empfehlen

Das Wetter in ...