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Samstag, 24.10.2020

Düstere Prognosen für Alaska

Forscher befürchten Mega-Tsunami

In Alaska droht ein gewaltiger Tsunami. Durch schmelzende Gletscher könnte ein gewaltiger Felsrutsch ausgelöst werden. Forscher warnen davor, dass dies schon bald geschehen kann.

Der Barry-Gletscher (Bildmitte) an der Südküste Alaskas.

Forscher haben die Gefahr eines bevorstehenden Mega-Tsunamis im US-Bundesstaat Alaska entdeckt. Innerhalb der nächsten 20 Jahre könnte aufgrund des schmelzenden Barry-Gletschers ein gewaltiger Felsrutsch ausgelöst werden. Einige Wissenschaftler schließen auch nicht aus, dass dies schon deutlich früher geschehen könnte. Mit Hilfe von Satellitenbildern beobachtet die Ohio State University kontinuierlich den Rückzug des Gletschers an der Südküste Alaskas.

Der Gletscher (Mitte) im Jahr 2013. Bild: NASA

Berechnungen ausgehend von der Höhe, dem Gefälle und der Menge der gefährdeten Landmasse zeichnen eine kaum vorstellbare Prognose. Ein plötzlicher Felsrutsch könnte Hunderte Millionen Tonnen Felstrümmer und Eis in das Meer stürzen lassen und Wellen von mehr als 500 Meter Höhe auslösen.

Im Jahr 2019 ist der Gletscher (Mitte) bereits deutlich zurückgeschmolzen. Bild: NASA

Im letzten Jahrzehnt kam es sowohl in Alaska als auch in Grönland durch Erdrutsche zu Tsunamis. In Alaska stürzten 2015 am Taan Fjord enorme Gesteinsmassen ins Meer. Die Folge war ein Tsunami mit knapp 200 Meter Höhe. Im Jahr 2017 löste ein Erdrutsch im Karrat-Fjord einen Tsunami aus, der vier Menschen tötete und die Stadt Nuugaatsiaq in Grönland zerstörte.

Der Barry-Gletscher ist wesentlich größer als die ursächlichen Eismassen dieser beiden Vorfälle, was zeigt, dass bei einem plötzlichen Einsturz das Potenzial für ein katastrophales Ereignis besteht. Die Auswirkungen würden sich dabei allerdings nur örtlich begrenzt zeigen und nicht über viele Kontinente hinweg, wie beim Tsunami im Jahr 2004 in Indonesien. Damals kamen fast 230.000 Menschen ums Leben.

(Ein Bericht von Dennis Oswald aus der WetterOnline Redaktion)

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