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Samstag, 21.11.2020

Trockenheit: Unsichtbare Folgen

Kaum Regen im November

Der November wird in weiten Landesteilen außerordentlich trocken ausfallen. Der ausbleibende Niederschlag hat zu dieser Jahreszeit allerdings ganz andere Folgen als im Sommer.

Im bisherigen Monat hatte vielfach goldenes Novemberwetter das Sagen.

Die ersten 20 Novembertage sind in den meisten Landesteilen außerordentlich trocken verlaufen. In Teilen Sachsen-Anhalts kam bisher nicht mal ein Liter Regen pro Quadratmeter zusammen. Von der Ostsee über Thüringen bis nach Rheinland-Pfalz und Nordbayern reichte es vielfach nur für 5 bis 15 Liter. Naturgemäß regnete es in den Bergen bisher am häufigsten. So schlagen im Schwarzwald örtlich schon knapp 100 Liter zu Buche, was aber gerade einmal der Hälfte des dort zu dieser Jahreszeit üblichen Niederschlags entspricht.

Im November ist in weiten Landesteilen bisher nur sehr wenig Regen gefallen.

Die oberen Erdschichten sind trotz der Trockenheit jedoch fast überall feucht bis nass. Dies liegt an der Jahreszeit: Die Verdunstung spielt in den Wintermonaten kaum eine Rolle, sodass die Erde selbst bei längerer Trockenheit feucht bleibt. Anders sieht es im tieferen Erdreich aus: Dort fehlt es in weiten Landesteilen weiterhin an Wasser.

Die Karte zeigt die zu erwartenden Niederschlagsmengen bis Ende des Monats.

Auch wenn die Trockenheit scheinbar kein Problem darstellt, so muss man die weiteren Aussichten und den Jahreszyklus des Wasserhaushalts im Blick haben. Zum einen sind bis Ende des Monats kaum nennenswerte Niederschläge in Sicht. Zum anderen sind die Wintermonate eigentlich die Monate, in denen die Wasserreserven des Bodens aufgefüllt werden. Denn im Mittel regnet es in der Zeit von Oktober bis März ausreichend viel. Bleibt der Winterregen aus, oder ist dieser nicht kräftig genug, dann können die Reserven im Boden nicht aufgefüllt werden.

Während Trockenheit in den oberen Erdschichten (links) derzeit kaum vorhanden ist, so sieht es im tieferen Erdreich (rechts) anders aus. Bild: Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - duerremonitor.de

Noch hat der Winter ausreichend Zeit, um reichlich Regen zu bringen. Aufgrund der letzten trockenen Jahre ist dies in einigen Regionen allerdings kaum möglich, da es bis ins Frühjahr durchregnen müsste, um die tieferen Erdschichten ausreichend zu durchfeuchten. Der trockene November ist derzeit allerdings bestenfalls ein Fingerzeig auf die Bilanz des Winterregens 2020/2021. Zum jetzigen Zeitpunk kann niemand sagen, wie sich die Niederschläge in den kommenden Monaten entwickeln.

(Ein Bericht von Björn Goldhausen aus der WetterOnline-Redaktion)

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