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Sonntag, 23.04.2017

Überraschende Erklärung

Rätsel um Methangas gelöst?

In den letzten Jahren gab es einen unerwartet starken Anstieg von Methangas. Kurioserweise sind die Emissionen wohl sogar rückläufig. Eine neue Studie liefert dafür eine überraschende Erklärung.

In den vergangenen zehn Jahren ist die Konzentration von Methangas in der Atmosphäre rund zehnmal schneller gestiegen, als in den Jahren von 2000 bis 2006. Bisher ging man davon aus, dass der Anstieg durch die Landwirtschaft sowie durch das Verbrennen fossiler Brennstoffe zustande kam. Forscher der Harvard University haben nun allerdings eine ganz andere verblüffende Erklärung dafür: Demnach habe die atmosphärische "Waschkraft" nachgelassen. Das Treibhausgas wird demzufolge heute weniger effektiv abgebaut als früher.

Die Methangas-Emissionen ist in den letzten zehn Jahren wohl gar nicht gestiegen. Verantwortlich für die weiter zunehmende Konzentration des Gases ist Forschern zufolge die Abnahmen des wichtigsten atmosphärischen "Waschmittels".

Die Forscher haben die Konzentration eines der wichtigsten "Waschmittels" der Atmosphäre untersucht - des Hydroxyl-Radikals. In der Atmosphäre verbindet sich dieses Molekül mit Methan und macht daraus Kohlendioxid und Wasserdampf. Das überraschende Ergebnis der Forschungen: Entgegen der bisherigen Annahme hat die Emission von Methangas seit 2007 gar nicht zugenommen. Im Gegenteil: Pro Jahr konnte sogar eine Abnahme von 25 Teragramm festgestellt werden.

Auch in der industriellen Landwirtschaft entstehen große Mengen Methangas. Diese werden teilweise in Biogasanlagen gespeichert und genutzt.

Der Gehalt des atmosphärischen "Waschmittels" Hydroxyl sank im gleichen Zeitraum allerdings um sieben Prozent. Dadurch wurde weniger Methan abgebaut und die Konzentration des Treibhausgases stieg an, obwohl weniger ausgestoßen wurde. Nach der Studie ist das die wahrscheinlichste Erklärung. Dies würde bedeuten, dass der Methangehalt seit 2007 nicht plötzlich angestiegen ist, sondern eher allmählich im Laufe der Jahrzehnte. Den Grund für die Abnahme der Waschkraft der Atmosphäre ist bisher allerdings nicht bekannt.

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