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Unwetter im Rückblick

Freitag, 01.09.2017

Katastrophale Fluten in Houston

Hurrikan HARVEY wütet in Texas

Hurrikan HARVEY hat Ende August im Süden Texas eine Schneise der Verwüstung geschlagen. Katastrophale Überschwemmungen machten ganze Landstriche teils wochenlang unbewohnbar. 42 Menschen kamen ums Leben, zehntausende Häuser wurden beschädigt.

Die Stadt steht meterhoch unter Wasser, die Infrastruktur ist weitgehend zusammengebrochen. Autos schwimmen in der trüben Brühe. Das Wasser hat ihre Motoren unbrauchbar gemacht. Bild: dpa

Zunächst erreichte HARVEY am Abend des 26. Augusts (Ortszeit) als Hurrikan der Kategorie vier mit Windböen von bis Tempo 215 die Golfküste Texas. Es war der stärkste Sturm seit mehr als zehn Jahren, der aufs Festland der USA traf. In dem Küstenort Rockport wurden etliche Häuser und Geschäfte zerstört, Straßen waren aufgrund von Trümmerteilen und heruntergerissenen Stromleitungen kaum befahrbar. Hunderttausende Haushalte waren vorübergehend ohne Strom. Vor dem Hurrikan waren bereits hunderttausende Menschen in Sicherheit gebracht worden.

Über Land schwächte sich der Wirbelsturm zwar ab, lud aber an den Folgetagen gewaltige Regenmengen ab: Innerhalb von fünf Tagen prasselten bis zu 1000 Liter pro Quadratmeter vom Himmel, allein auf Houston 900 Liter! Das ist mehr als der Jahresniederschlag der meisten deutschen Städte. Die katastrophalen Überflutungen nahmen ein nie gekanntes Ausmaß an, mehr als 30.000 Personen wurden obdachlos. In der Millionenmetropole standen weite Teile der Stadt bis zu vier Meter hoch unter Wasser.

Rettungskräfte brachten Menschen in Sicherheit, die auf die Dächer ihrer Häuser geflüchtet waren. Viele vom Wasser eingeschlossene Menschen warteten verzweifelt auf Hilfe, wie die Senioren eines Altenheims in Dickinson bei Houston. Die Leitern des Heims hatte keine Hilfe vom Notruf bekommen. Erst durch den oben gezeigten Tweet des Schwiegersohns kam eine große Rettungsaktion in Gang. Zehntausende Menschen suchten Schutz in Notunterkünften. Wegen Plünderungen wurde eine nächtliche Ausgangssperre verhängt.

Das Ausmaß der Überflutungen in der texanischen Millionenstadt übersteigt alles bisher dagewesene. Es handelt sich um ein Jahrtausend-Unwetter. Bild: dpa

Die Bilder erinnerten stark an die Hochwassertragödie in New Orleans 2005, die durch Hurrikan KATRINA ausgelöst worden war und 1833 Menschenleben gekostet hatte. Nach den Überschwemmungen im Großraum Houston forderte der texanische Gouverneur Greg Abbott eine deutliche Aufstockung der Nothilfe für seinen Bundesstaat. Die Schäden beliefen sich allein für Texas auf etwa 58 Milliarden US-Dollar. Für den Wiederaufbau rechneten die Behörden mit über 100 Milliarden US-Dollar.

Im Vergleich der teuersten Sturmkatastrophen steht Hurrikan HARVEY auf Rang drei, wie Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) berechnet haben. Damit gehört der Tropensturm schon zu den zehn teuersten Naturkatastrophen seit dem Jahr 1900. In den vergangenen zehn Jahren verursachte in den USA nur Hurrikan SANDY größere Schäden an der Ostküste. Die Schadenssumme damals: 70 Milliarden US-Dollar. Bei Hurrikan KATRINA davor beliefen sich die direkten ökonomischen Schäden auf 160 Milliarden Dollar.

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